Interview: Evening Hymns

Ein junger Kanadier, aufgewachsen in der puren Natur, zwischen Bäumen und Bergen, das Herz voller Emotionen, das Gesicht voller Haare.
Jonas Bonnetta trägt in seinem Kopf einen unheimlichen Zauber. Alles was er über seine Musik verspüht kling so wahnsinnig ehrlich und hinreißend. Er lässt einen über sein Medium Evening Hymns alles ausnahmslos vergessen, indem er die Melancholie mit Hoffnung füllt. Die Atmosphäre des 2009 erschienenen Albums Spirit Guides, kann man ohne eine Träne zu vergießen kaum ertragen, grade wenn man erkennen darf woher diese kleine Geschichte rührt. Ich durfte im Eins-Zu-Eins kurz und kompakt einen Austausch mit dem sympatischen Herrn vornehmen und ihn nach Intensionen, dem Prozess seiner Musik und eventuellen Plänen für die Zukunft aushorchen. Es war mir eine Ehre.
Vé: Das erste Evening Hymns-Album Spirit Guides, aus dem Jahr 2009, zeigt auf dem Cover einen weißen Nebel, der an einem Berg zwischen Bäumen aufsteigt. Ist dies eine Art Symbol für Evening Hymns und den Klang eurer Musik und kann man sich so die Umgebung vorstellein, in welcher du aufgewachsen bist?
Jonas: Ich sehe diese weiße Wolke als eine Seele. Während der Aufnahmen erkrankte mein Vater bis er schließlich verstarb, noch bevor das Einspielen beendet war. Nun musste ich eine Menge verarbeiten, natürlich über die Musik, nur das sich nun der Fokus verzerrte und in das Album einfloss. Als ich dieses Foto von Daniel Augschoell sah, war es wie als würde es zu mir sprechen. Dieser Schneesturm, der im Hintergrund tobt und diese friedliche Wiese im Vordergrund zusammen mit dieser klaren Anwesenheit des Nebels in der Mitte des Fotos…für mich ist es eine Seele oder ein Geist. Gemacht wurde es in den Bergen Österreichs, aber es ähnelt sehr der Gegend in der unsere Hütte steht, hier in Kanada.
Vé: James Bunton der Band Ohbijou produzierte Spirit Guides in Zusammenarbeit mit dir und anderen Künstlern wie The Wooden Sky, Forest City oder Burning Hell. War es James der euch zusammen brachte oder Bestand hier schon eine Verbindung bevor das Album entstand?
Jonas: Also,ich kenne James schon seit Jahren und ich führte ihn an das Album heran. Zunächst begann ich in Eigenarbeit mit den Aufnahmen und war unzufrieden mit dem Sound. Mein Kumpel Casey (von Ohbijou) empfohl mir James. Von nun an sendete ich ihm Demos und wir arbeiteten Stück für Stück. Er war sehr bedeutsam bei unserer Arbeit und ohne ihn würde es niemals so klingen, wie es das nun tut.
Vé: Ist es also wichtig für dich zusammen mit Menschen zu arbeiten die dir nahestehen, dich verstehen und dir vertraut sind, um dich zu entfalten und zu entwickeln?
Jonas: Ja, ich umgebe mich mit Musikern die ich wirklich mag. Ich bin ein Fan deren Bands und es macht Sinn Shaun Brodie anzurufen, brauche ich zum beispiel eine Trompete, oder Mika Posen, benötige ich eine Violine. In Toronto passiert vieles auf diesem Weg. Es ist ein Geben und Nehmnen und das ist sehr angenehm. Grade weil ich mit dem Versterben meines Vaters umgehen musste, war es entscheidend meinen Kolegen diese Geschichte zu erzählen und sie vertraut zu machen. Viele kannten ihn auch. Ich wollte einfach alle auf dem gleichen Level haben, während wir aufnahmen. Diese Menschen bedeuten mir sehr viel.
Vé: Ich vermute die nächste LP nennt sich Spectral Dusk, dies klingt charakterlich sehr nach Spirit Guides. Kann man sagen es ist eine Weiterführung der Emotionen, der Eindrücke und der Erlebnisse mit deinen Kumpanen oder mit deinem Umfeld und natürlich mit Silvie, deiner Freundin? Wie weit inspiriert sie dich? Und kannst du einen Termin fürdas Realease nennen?
Jonas: Sowohl als auch hatte ich bei Spirit Guides wie bei Spectral Dusk den Namen schon vor dem Einspielen im Kopf. Es wird wieder sehr friedlich werden. Steinbecks Buch “East of Eaden”, welches ich dieses Jahr laß, dreht sich um einen “Spectral Dusk”- einen Geist der als Licht lebt und stirbt. Das knüpft gewisser Maßen an Spirit Guides an. Der Titel soll dem Hörer eine Idee übermitteln, noch bevor er beginnt es zu hören.
Silvie ist näturlich auf dem neuen Album zu finden. Dieses Mal ist sie noch mehr in den Schaffensprozess involviert, indem sie zum Bespiel den Bass übernimmt.
Ein Datum ist noch nicht nennbar, vermutlich ist es fertig zum Veröffentlichen, wenn der Herbst einsetzt.
Vé: Die Spring-Europeane Tour wird hier in Deutschlan anlaufen. Hat dies einen bestimmten Grund, grade weil es im Vergleich viele Dates bei uns gibt? Du magst uns, was?
Jonas: Wir beendeten unsere letzte Europa Tour in Deutschland und es war großartig. Wir bespielten all diese wundervollen Menschen, die sehr interessiert waren an dem was wir da machen. Mehr kann ich wirklich kaum verlangen. Es ist ein sehr sehr schönes Land und es ist ebenso schön es zu bereisen. Ich freue mich diesmal darauf ein wenig mehr Eindrücke mitnehmen zu können. Wir haben einen Freund, Christoph, er ist aus Deutschland und wird uns ein wenig herumführen und uns interessante Sachen zeigen, so hoffe ich. Viellecht kann ich auch ein wenig Deutsch lernen!
Vé: Ich bin mir sicher, du wirst es bei uns mögen und dich wohlfühlen in unserer Franz Mehlhose, dem mir wohl liebsten Veranstaltungsort in unserem kleinen aber feinen Städtchen. Bis dahin eine gute Reise.
Jonas: Da habe ich wirklich keinen Zweifel und ich freue mich wahrlich sehr auf euch!
Es führt am Dienstag dem 17 Mai in keinster Weise irgend ein Weg an diesem Konzert vorbei. Der Veranstaltungsort ist wie geschaffen für solch einen fabelhaften Charm, welchen Jonas und Sylvie im Einklang ausstrahlen. Ich für meinen Teil, habe mich in beide verliebt und sie tief in mein Herz geschlossen.
posted by Michael
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von veeare gepostet


